Erkennst du dich in der Situation wieder? Mal eben schnell in den Supermarkt und eine vegane Milch für´s morgendliche Porridge kaufen, um dann vor dem Regal zu verzweifeln… Dort wartet eine unglaubliche Auswahl an pflanzlichen Milchsorten und du verlierst schnell die Übersicht: Welche Pflanzenmilch kannst du für was verwenden?

Sojamilch und Hafermilch sind inzwischen auch den meisten nicht vegan lebenden Menschen bekannt, doch es gibt neben diesen klassischen Sorten noch eine Vielzahl an Pflanzendrinks aus Nüssen, Samen und anderen Getreidesorten. Theoretisch kannst du jede Pflanzenmilchsorte ganz nach deinem Geschmack für alles verwenden, wonach dir gerade ist. Gerade am Anfang deiner veganen Ernährung ist ein wenig kulinarische Orientierung aber sicher hilfreich. Hier bekommst du Licht im Dschungel der Pflanzenmilchsorten!

Welche Pflanzenmilchsorten gibt es?

Sojamilch

Sojamilch wird aus Sojabohnen hergestellt, indem trockene Sojabohnen eingeweicht und danach mit Wasser ausgedrückt werden.

Hafermilch

Hafermilch wird sowohl industriell als auch manuell hergestellt. In der Fabrik werden die Haferkörner entspelzt, dann mit Wasser vermengt und gemahlen. Die Masse wird dann homogenisiert und von festen Bestandteilen befreit. Die Zugabe von Pflanzenöl sorgt für die typische Färbung. Hafermilch kann auch einfach selbst gemacht werden. Dafür werden Haferflocken für mehrere Stunden eingeweicht, dann püriert und zum Schluss mithilfe eines Seihtuchs gefiltert.

Reismilch

Um Reismilch herzustellen, wird zunächst Vollkornreis gemahlen, gekocht und dann vermaischt. Die daraus entstandene Masse wird dann fermentiert, gefiltert, mit Pflanzenöl vermischt und zum Schluss emulgiert.

Mandelmilch

Mandelmilch hat schon eine lange Tradition und wurde bereits im Mittelalter hergestellt. Dafür werden frisch geröstete und gemahlene Mandeln mit heißem Wasser übergossen und über mehrere Stunden ziehen gelassen. Zum Schluss werden mit einem Tuch die festen Bestandteile ausgefiltert.

Kokosmilch

Kokosmilch befindet sich nicht natürlicherweise in der Kokosnuss, sondern wird durch das Pürieren des Fruchtfleischs mit Wasser und das darauf folgende Auspressen mit einem Tuch gewonnen.

Cashewmilch

Cashewmilch wird ähnlich wie Mandelmilch hergestellt. Jedoch werden die ganzen Cashews nicht gemahlen und geröstet, sondern nach dem Einweichen püriert.

Dinkelmilch

Dinkelmilch wird wie Hafermilch produziert.

Lupinenmilch

Um Lupinenmilch herzustellen, werden die Samen über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht, dann kurz aufgekocht und noch für ein paar weitere Stunden ziehen gelassen. Die Masse muss dann fein püriert und durch ein Tuch oder Sieb gefiltert werden.

Hanfmilch

Hanfmilch wird wie Lupinenmilch aus den Samen hergestellt. Dafür werden diese in einem Mixer gemahlen, dann mit Wasser aufgegossen und weiter gemixt. Die Masse wird dann in einem Mulltuch ausgepresst und die daraus entstehende Flüssigkeit mit Wasser aufgefüllt.

Quinoamilch

Quinoamilch wird wie Lupinenmilch hergestellt.

 

Neben diesen Pflanzenmilchsorten gibt es auch Kreuzungen, bei denen verschiedene Pflanzendrinks gemischt werden. Dabei wird meistens Getreidemilch mit Nussmilch vermischt, zum Beispiel Hafer-Mandel, Reis-Mandel oder Reis-Kokos. Aber auch besondere Geschmackssorten wie Schokolade oder Vanille findest du inzwischen in Verbindung mit Pflanzendrinks. Diese kannst du pur genießen oder auch deinem Müsli oder Kaffee das besondere Etwas verleihen.

 

Welche Pflanzenmilch für was?

Nach einem Überblick geht´s nun ans Eingemachte: Welche Pflanzenmilch verwendest du für was?

Für den Kaffee

Ob am Morgen oder nachmittags zum Kuchen: Kaffee mit einem Schuss Milch, ein Latte Macchiato oder Cappuccino ist bei den meisten nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Keine Sorge, du brauchst in deiner pflanzlichen Küche nicht nur auf schwarzen Americano zurückgreifen. Denn die gute Nachricht: Jede der aufgelisteten Pflanzendrinks eignet sich für deinen Kaffee. Soja- und Hafermilch schmecken neutral und lassen sich gut aufschäumen, damit sind sie der naheliegendste Ersatz für Kuhmilch. Für ein leicht nussiges Aroma kannst du auf Mandel- oder Cashewmilch zurückgreifen. Diese geben dem Kaffee das gewisse Etwas, ohne dass du zu Sirup oder Ähnlichem greifen musst. Bei Nussmilch kommt es jedoch je nach Marke ab und an dazu, dass sie im Kaffee flockt. Hier kannst du nur selbst herausfinden, welche Marke mit dem Kaffee bei dir Zuhause am besten harmonisiert. Ein kulinarischer und unterschätzter Geheimtipp für den Kaffee ist Haselnussmilch, aber Geschmäcker sind verschieden, also probier dich einfach aus!

Für den Kakao

Wenn du Schaum bei Kakao magst, solltest du zu Hafer- oder Sojamilch greifen. Ansonsten passt Mandelmilch bei Kakao sehr gut, einfach weil der Kakaogeschmack so gut mit der Nussmilch harmoniert.

Für den Tee

Bei schwarzem Tee oder Chai greifst du am einfachsten zur neutralen Hafermilch, wenn der Teegeschmeck im Vordergrund stehen soll. Sojamilch funktioniert da natürlich genauso gut.

Für dein Müsli

Beim Müsli kannst du ähnlich wie beim Kaffee auch jede Pflanzenmilch verwenden. Wenn du einen neutralen Geschmack bevorzugst, greif am besten wieder zu Hafer- oder Sojamilch. Nussmilch kann vor allem bei Schokomüsli neue Geschmackserlebnisse eröffnen. Kokosmilch ist häufig sehr gehaltvoll und deswegen für manche nicht die optimale Wahl am Morgen, aber auch hier gilt: Probier dich und deine Vorlieben aus!

Für Porridge

Porridge, oder dir vielleicht eher als Haferbrei geläufig, ist bei Klein und Groß ein sehr beliebtes Frühstück. Da der Haferbrei von Natur aus aus Haferflocken besteht, kannst du mit Hafermilch sicher nichts falsch machen. Hier sind aber natürlich der Fantasie keine Grenzen gesetzt und die anderen Pflanzenmilchsorten eignen sich genauso gut. Auch hier kommt es einfach auf deinen Geschmack an.

Zum Backen

Welche Pflanzenmilch am besten zum Backen geeignet ist, kann nicht so einfach pauschalisiert werden. So viele schmackhafte und vielfältige Rezepte warten auf verschiedene Milchsorten: Für Brownies, Muffins oder Kastenkuchen kannst du unproblematisch Hafer- oder Mandelmilch verwenden. Für Gebäck mit Cremes, wie zum Beispiel Puddingschnecken, kannst du zu Soja-, Cashew- oder Kokosmilch greifen. Achte dabei einfach darauf, ob du eher eine neutrale oder eine geschmacksintensive Milch benötigst. Aber auch für Gebäck, in dem auch Wasser verwendet werden könnte, eignet sich Pflanzenmilch gut, um den Geschmack zu intensivieren. Hafermilch passt zum Beispiel super zu Haferflocken-Rosinen-Keksen oder Mandelmilch zu leckeren Nussecken.

Zum Kochen

Wenn du der asiatischen Küche angetan bist, kann Kokosmilch ein fester Bestandteil in deinem Vorratsschrank werden. Für Currys und Suppen eignet sich Kokosmilch hervorragend. Durch Geschmack und Konsistenz wird das Essen auf ein neues Level gehoben. Aber auch Saucen lassen sich mit den Sahne-Alternativen auf Basis von Soja, Reis, Hafer oder Cashew gut herstellen. Milchreis darf in dieser Aufzählung auch auf keinen Fall fehlen. Dafür nimmst du einfach deine liebste Pflanzenmilch und kochst den Milchreis damit wie gewohnt.

Für alkoholische Drinks

Bei Pina Colada ist natürlich selbstverständlich, dass Kokosmilch zum Einsatz kommt. Bei anderen Drinks wird teilweise Sahne verwendet, weshalb du hier einfach zu einer veganen Sahnealternative auf Basis von Soja, Reis oder Cashew greifen kannst. Einige Bars bieten mittlerweile vegane Alternativen an, ansonsten kannst du auswärts einfach deinen Cocktail ohne Sahne oder Milch bestellen.

 

Am Ende kommt es auf deinen Geschmack an! Vorab kannst du dir merken: Greife zu Hafer- oder Sojamilch, wenn du einen neutralen Milchgeschmack bevorzugst. Wenn dir der Sinn nach Extraaroma steht, wählst du eine deiner liebsten Nussdrinks. Teste dich und deine liebsten Sorten einfach aus und finde heraus, welche Pflanzenmilch am besten zu deinen Gewohnheiten passt.

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