Für die Umwelt

Ich hätte niemals gedacht, dass die Massentierhaltung so verheerende Folgen für unsere Umwelt hat. Sie zerstört unsere Lebensgrundlage und schadet den Menschen und Tieren, die diesen Planeten bewohnen. Weniger Fleisch zu essen ist also gut für die Umwelt. Und tierische Produkte überhaupt wegzulassen, hilft Natur, Tieren und Menschen sogar noch mehr.

Treibhausgase

Die Herstellung von Fleisch und Milchprodukten ist durch den Ausstoß von Treibhausgasen wie Methan und CO2 einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Die Zahlen variieren: Einigen Studien zufolge liegt der prozentuale Anteil der Massentierhaltung an den weltweiten Treibhausgas-Emissionen bei etwa 14,5 %. Andere Studien schätzen den Anteil der Massentierhaltung sogar wesentlich höher ein, nämlich zwischen 18 % und 30 %.

In allen Fällen ist der Anteil jedoch höher als der des gesamten globalen Verkehrs – also PKWs, LKWs, Schiffe und Flugzeuge zusammengerechnet.

“Landwirtschaft und Klimawandel”. giz.de. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Aufgerufen am 17.07.2017. http://www.giz.de/fachexpertise/html/3196.html

Gerber, P.J., Steinfeld, H., Henderson, B., Mottet, A., Opio, C., Dijkman, J., Falcucci, A. & Tempio, G. (2013). “Tackling Climate Change Through Livestock”. FAO.org. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Aufgerufen am 17.07.2017. http://www.fao.org/3/i3437e.pdf

Die Folgen der globalen Erwärmung sind weitreichend und ihr ganzes Ausmaß ist noch nicht absehbar. Doch schon jetzt zeichnen sich einige dramatische Konsequenzen ab. Steigende Meeresspiegel und schmelzende Gletscher, stärkere oder häufiger auftretende Extremwetter-Phänomene wie Überschwemmungen, Stürme und massive Dürreperioden sind schon jetzt Teil unserer Realität.

„Da die Erzeugung von Fleisch und tierischen Produkten meistens mit deutlich höheren Treibhausgas-Emissionen und Ressourcen-Aufwendungen verbunden ist als die pflanzliche Erzeugung, kann der Verbraucher über die Reduzierung des Verzehrs tierischer Lebensmittel einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.”
Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Wasserverbrauch

70 % der gesamten Oberflächen- und Grundwassermenge wird gegenwärtig durch die Landwirtschaft genutzt, 20 % durch die Industrie und 10 % durch den Verbrauch in privaten Haushalten.

Die Herstellung von Fleisch- und Milchprodukten benötigt enorme Mengen Wasser. Ein Beispiel: Zur Produktion eines einzigen Rindfleisch-Burgers braucht man etwa 3000 Liter Wasser.

Wasser ist ein kostbares Gut und nicht unendlich verfügbar. Bereits jetzt herrscht in einigen Regionen dieser Welt Wasserknappheit. Schätzungen der Welthungerhilfe zufolge leben momentan rund 800 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, was fatale Auswirkungen auf Gesundheit und die soziale Situation der Menschen hat.

Steinfeld, Henning, Pierre Gerber, Tom Wassenaar, Vincent Castel, Mauricio Rosales, Cees de Haan (2006). “Livestock’s long shadow: environmental issues and options”. FAO.org. Food and Agriculture Organization. Aufgerufen am 17.07.2017. http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM

Wasserverschmutzung

Die Landwirtschaft trägt zu einem großen Teil zur Wasserverschmutzung bei, da der Einsatz von Dünger, Gülle, Pestiziden und Antibiotika in der Tierhaltung das Grundwasser sowie naheliegende Gewässer verunreinigt. In der intensiven Landwirtschaft landen enorme Mengen an Dünger und Gülle auf den Feldern. Über die Äcker gelangen Nitrat und Phosphor aus der Gülle in das Grundwasser oder in nahe liegende Gewässer, die durch die Belastung aus dem ökologischen Gleichgewicht geraten.

Nicht nur Dünger und Gülle, auch Pestizide aus der Landwirtschaft stellen eine Gefahr dar: In der Landwirtschaft werden weltweit etwa 10.000 verschiedene Pestizide verwendet. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln können dabei ins Grundwasser gelangen und somit unser Trinkwasser belasten.

Pestizide sind auch für uns Menschen gesundheitsschädlich. Sie stehen unter anderem in Verdacht, krebserregend zu sein und Fruchtbarkeitsstörungen hervorzurufen.

“Six Arguments for a Greener Diet”. Cspinet.org. Center for Science in the Public Interest. Aufgerufen am 17.07.2017.
https://cspinet.org/new/200608011.html

“Nitrat und die Folgen der Massentierhaltung”. WDR.de. WDR. Aufgerufen am 17.07.2017.
http://www1.wdr.de/wissen/natur/nitrat-grundwasser-politik-100.html

“Wasserverschmutzung”. Oekosystem-Erde.de. Ökosystem Erde. Aufgerufen am 17.07.2017
http://www.oekosystem-erde.de/html/wasserverschmutzung.html

“Krank durch Pestizide: Nebenwirkungen der “Pflanzenschutzmittel””. Bund.net. BUND. Aufgerufen am 17.07.2017.
https://www.bund.net/umweltgifte/gefahren-fuer-die-gesundheit/krank-durch-pestizide/

Flächennutzung

Die Produktion von Fleisch bedarf riesiger Flächen und ist zugleich die ineffizienteste Form der Bodennutzung. Mittlerweile wird knapp mehr als ein Drittel der weltweiten Landfläche für die Intensivtierhaltung verschwendet, unter anderem für den Anbau von Futtermitteln wie Getreide und Soja.

Vor allem in den westlichen Industrieländern ist der Fleischkonsum sehr hoch. Doch unsere eigenen Flächen reichen nicht aus, um damit den Futtermittelbedarf von sogenannten Nutztieren zu decken. Deshalb beansprucht unser Futtermittelanbau für Tiere aus der Massentierhaltung große Flächen in Entwicklungsländern, hauptsächlich in Südamerika und Afrika.

Die Folge: Den Einheimischen wird ihr eigenes Land weggenommen (Landraub), welches sie dann nicht mehr selbst zum Anbau dringend benötigter Lebensmittel verwenden können.

Thornton, Philip, Mario Herrero and Polly Ericksen (2011). “Livestock and climate change”. CGSpace.org. International Livestock Research Institute. Aufgerufen am 17.07.2017.
https://cgspace.cgiar.org/bitstream/handle/10568/10601/IssueBrief3.pdf

Abholzung

Der weltweit stetig steigende Bedarf von Weideflächen für die Rinderzucht sowie von Anbauflächen für Futtermittel (Soja und Getreide) für die Massentierhaltung führt zu Entwaldung und dem Verlust der wertvollen Tropenwälder. Vor allem der Fleischhunger der westlichen Nationen treibt diese Entwicklung voran.

Besonders dramatisch ist die Lage in der südamerikanischen Amazonas-Region: In den Jahren 2004 bis 2013 verschwand dort im Schnitt jede Minute eine Regenwaldfläche so groß wie etwa drei Fußballfelder.

Der Regenwald ist sowohl Heimat für zahlreiche Tiere als auch Apotheke, Wasserspeicher und Klimaregulator der Erde. Seine Vernichtung hat auch für uns Menschen weitreichende Konsequenzen.

“Die Kettenreaktion der Regenwaldvernichtung” (2014). WWF.de. World Wildlife Fund. Aufgerufen am 23.02.2015.
http://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/amazonien/bedrohung/