Hast du den Durchblick? Nicht nur in deiner veganen Anfangszeit musst du dich häufig gegenüber der Familie, den Freund*nnen und Bekannten mit deiner Ernährungsweise rechtfertigen. Gerade nach einer gewissen Zeit merkst du, dass immer wieder dieselben Fragen und Statements auftauchen. Hast du den Durchblick und bist du gut gewappnet?

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1. “Es heißt doch Nutztiere, weil wir sie nutzen sollen. Was ist daran so verwerflich?”

Der Ausdruck “Nutztier” ist vom Menschen erfunden. Er soll die Tatsache in den Hintergrund rücken, dass Tiere intelligente, soziale und empfindsame Lebewesen sind. Der Ausdruck dient dazu, das eigene menschliche Verhalten und die Ausbeutung der Tiere zu rechtfertigen.

In der sogenannten “Nutztierindustrie” werden Tiere in ein kurzes und leidvolles Leben hineingeboren. Ein Leben, das weit entfernt von natürlichen oder artgerechten Lebensbedingungen nur für den Konsum einer anderen Spezies bestimmt ist, kann nicht als lebenswert betrachtet werden.

2. “Warum sind tierische Produkte aus Bio-Haltung nicht okay?”

Die Bio-Standards unterscheiden sich meist nur unmerklich von denen der konventionellen Haltung. Trotz Bio-Label werden beispielsweise männliche Küken in der Eierproduktion am ersten Tag ihres Leben getötet. Neugeborene Kälber der Milchindustrie werden von ihren Müttern getrennt, damit Menschen ihre Milch trinken können. Auch die vermeintlich “glücklichen” Bio-Tiere leiden und werden dann mit denselben Schlachtmethoden und in denselben Schlachthöfen wie jene aus konventioneller Haltung getötet.

3. “Haben Menschen nicht schon immer Fleisch gegessen?”

Nur weil aus sich wiederholenden Handlungen Traditionen geworden sind, bedeutet dies nicht, dass sich dadurch automatisch eine moralische Rechtfertigung ergibt. Viele Traditionen, die über Generationen hinweg verfolgt wurden, werden heutzutage aus ethischer Perspektive als vollkommen überholt oder fragwürdig betrachtet. Heute sind Menschen in den Industriestaaten nicht mehr auf den Verzehr tierischer Produkte angewiesen, im Gegenteil: Durch die gesteigerte Produktion tierischer Lebensmittel belasten wir unsere Umwelt enorm und zerstören so unsere Lebensgrundlage.

4. “Werden die Tiere nicht human getötet?”

Fehlbetäubungen gehören in den großen Schlachtbetrieben der industriellen Tierhaltung zum Alltag. Aus wirtschaftlichen Gründen werden meist kostengünstige und platzsparende Betäubungsmethoden bevorzugt. Dabei kann eine ausreichende Betäubung nicht immer gewährleistet werden  und diese schlägt in vielen Fällen fehl. Zahlreiche Tiere erleben so ihre Schlachtung bei vollem Bewusstsein mit.

Eine Schlachtung “human” zu nennen, soll die Vorstellung eines sanften Todes vermitteln. Dabei wird die Tatsache verschleiert, dass es sich immer um eine Tötung handelt, die ohne die Einwilligung des getöteten Tieres geschieht.

5. “Würde sich denn etwas ändern, wenn ich mich vegan ernähre?”

Gerade du kannst zu einer positiven Veränderung beitragen, da jede unserer Handlungen auch unser soziales Umfeld beeinflusst. Mit der Entscheidung, vegan zu leben, setzt du ein Zeichen und kannst deine Mitmenschen inspirieren, den Fleischkonsum zu reduzieren und die pflanzliche Küche auszuprobieren.

6. “Sind Menschen nicht wichtiger als Tiere?”

Die menschliche Intelligenz macht den Menschen nicht zu einem überlegenen Wesen, das mehr wert ist als ein Tier. Mit dieser Auffassung würde der Wert jedes Lebewesens aufgrund seiner Intelligenz bestimmt werden. Folglich wären weniger intelligente Menschen automatisch weniger wert als ein Mensch mit höherer Intelligenz. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben ohne körperliche Unversehrtheit. Tieren sollte dieses Recht und dieser selbstverständliche Respekt genauso zugesprochen werden.

7. “Sollte man sich nicht eher für Menschen in der Not einsetzen als für Tiere?”

Menschliches Leid steht häufig in Zusammenhang mit tierischem Leid. Die industrielle Viehzucht verschwendet enorm viele Ressourcen, die Menschen in ärmeren Ländern benötigen. Anbauflächen werden für Futtermittel genutzt, anstatt Nahrungsmittel für die hungernde Bevölkerung anzubauen. Ein Verzicht auf tierische Produkte hilft dementsprechend nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen.

8. “Aber jeder kann doch frei entscheiden, was er tun möchte, oder?”

Nur weil jemand der Meinung ist, dass sein Leben mehr wert ist, als das eines Tieres, hat derjenige nicht automatisch das Recht, das Tier deshalb auch zu töten.

9. “Würde es nicht weniger Tiere auf der Welt geben, wenn niemand mehr Fleisch isst?”

Die Flächen, die im Moment für den Futteranbau belegt sind, würden nur noch zum Teil für den Getreideanbau benötigt werden, sodass ein Großteil der Flächen wieder verwildern könnte. Dies bietet wiederum Lebensraum für eine größere Artenvielfalt. Die Tiere in der Massentierhaltung haben kein lebenswertes Leben, da sie nur für den menschlichen Konsum gezüchtet wurden.

10. “Gegen Fischfang ist aber doch nichts einzuwenden, oder?”

Zwar könnte man meinen, dass freilebende Fische ein besseres Leben haben als ihre Artgenossen in der Aquakultur. Trotzdem sind die Fangmethoden umso schimmer. Der sogenannte “Beifang” ist mitunter Grund für die Bedrohung der Existenz anderer Meeresbewohner. Wenn die Fische gefangen und an Bord gebracht werden, müssen sie dort qualvoll ersticken. Der Irrglaube, dass Fische keine Schmerzen empfinden können, ist inzwischen reichlich durch Studien widerlegt worden.

11. “Legen Hennen nicht sowieso unbefruchtete Eier?”

Die Ursprungsrasse der domestizierten Huhnrassen lebte in ihrem natürlichen Gebiet in Kleingruppen und legte ungefähr 20 Eier in einem Jahr. Die “moderne” Legehenne hingegen muss auf engstem Raum mit mehreren Tausenden ihrer Artgenossen leben und wurde so gezüchtet, dass sie durchschnittlich 300 Eier pro Jahr legt. Eigentlich würden Hühner nur so viele Eier legen, wie sie für die Fortpflanzung und Arterhaltung benötigen.

12. “Ist Milch nicht notwendig für Knochen und Zähne?”

Die für Knochen und Zähne bedeutsamen Nährstoffe aus der Milch können dem Körper auch über pflanzliche Lebensmittel zugeführt werden. Beispielsweise Kalzium kann problemlos über Soja, Vollkornprodukte, Gemüse und Nüsse bezogen werden.

13. “Müssen Milchkühe nicht gemolken werden?”

Wie jedes Säugetier gibt eine Kuh nur dann Milch, wenn sie ein Junges zur Welt gebracht hat. Im Jahresrhythmus wird deswegen eine Milchkuh meistens durch künstliche Besamung immer wieder neu geschwängert. Neun Monate lang wächst das Kalb in ihrem Bauch heran – wie beim Menschen. Da die Milch ausschließlich für den menschlichen Konsum bestimmt ist, wird der Mutterkuh das Kalb in der konventionellen Milchwirtschaft nach der Geburt meist innerhalb weniger Minuten weggenommen.

14. “Haben Pflanzen nicht auch Gefühle?”

Pflanzen besitzen kein zentrales Nervensystem, welches jedoch ausschlaggebend für das Schmerzempfinden bei Menschen und den meisten anderen Tieren ist. Auch Hefe ist demnach vegan!

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