Tofu und Tempeh gehören zum festen Bestandteil deines pflanzlichen Speiseplans? Du liebst Veggie-Hack, Sojajoghurt und probierst gerne neue Gerichte aus? All diese Produkte basieren auf Soja. Und das soll gesundheitlich bedenklich sein!? Krebserregend, genmanipuliert und hormonwirkend ist das wahr? Hier bekommst du die knallharte Wahrheit für deine Gesundheit. Mythos oder Fakt: Ist Soja ungesund?

Was ist Soja überhaupt?

Soja ist die Kurzform für Sojabohne. Die Hülsenfrucht ist seit Jahrhunderten bei Bevölkerungsgruppen in Südostasien fester Bestandteil der Ernährung. Für vegan lebende Menschen bietet Soja den Vorteil, dass der hohe Eiweißgehalt von etwa 40 % für den Proteinbedarf des Körpers unterstützend sein kann. Die Sojabohne besitzt im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten einen relativ hohen Fettanteil und kann mit den wichtigen Mikronährstoffen Eisen, Kalium und Kalzium aufwarten. Damit dein Körper diese gesundheitlich wertvollen Nährstoffe aufnehmen kann, ist die Kombination mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln wie Paprika, Zitrone, Spinat oder Brokkoli zu empfehlen.

Warum ist Soja in Verruf geraten?

Die Sojabohne ist relativ unproblematisch und anspruchslos im Anbau und damit wirtschaftlich ertragreich. Gerade im Hinblick auf die ökologischen Faktoren schneidet die Sojaproduktion schlecht ab. Laut dem WWF verzehnfachte sich der Sojaanbau in den vergangenen 50 Jahren. Rund 75 % des Sojas werden dabei für die Futtermittelindustrie verwendet. Für den menschlichen Konsum fallen nur 6 % an. Diese enormen Mengen an Soja benötigen viel Anbaufläche. Ganze Ökosysteme, Waldbestände, der Wasserkreislauf des Regenwaldes, wichtige Kohlendioxidspeicher und unzählige Tierarten sind bedroht oder gar vernichtet.¹

Soja zudem gesundheitsschädlich für den Menschen?

Viele Gerüchte halten sich hartnäckig, dass die Sojabohne für deine Gesundheit schädlich sein soll. Hier gibt’s nun die Antworten auf die Mythen: Ist Soja wirklich ungesund für den Menschen?

Ist Soja krebserregend?

Soja beinhaltet Östrogen und sei deshalb brustkrebserregend. Langsam! Die Sojabohne beinhaltet wie viele andere Pflanzen und Hülsenfrüchte sekundäre Pflanzenstoffe. Eine Gruppe davon sind Isoflavone beziehungsweise die Phytoöstrogene. Diese sind strukturell dem körpereigenen Östrogen ähnlich. Wenn du Sojaprodukte konsumierst, haben diese Isoflavone aber nur einen Bruchteil der Wirkung auf den menschlichen Körper, wie das Östrogen selbst. Das liegt daran, dass die Pflanzenstoffe noch an andere Moleküle gebunden sind, die nach und nach erst einmal im Verdauungsprozess gelöst werden müssen. Laut Wu² kann es dabei sogar passieren, dass östrogenartige Wirkungen gehemmt werden.

Verweiblicht Soja Männer?

Im Zusammenhang mit den oben genannten Phytoöstrogenen hält sich hartnäckig die These, dass Männer durch Sojakonsum verweiblichen. Der Testosteronspiegel solle sinken und die Gefahr von Unfruchtbarkeit bestünde. Messina zeigt exakt das Gegenteil auf: Ein moderater Sojakonsum hat keine oder sogar positive Auswirkungen auf den Testosteronspiegel von Männern.³

Ist Soja gentechnisch verändert?

Nicht nur bei Soja, auch beim Anbau von Mais, Reis, Raps, Erbsen, Kürbis, Kartoffeln und vielen weiteren Lebensmitteln wird teilweise Gentechnik eingesetzt. Die sogenannte “grüne Gentechnik” ist eine Methode, in der Eingriffe in das Erbgut der Pflanze vorgenommen werden. Das Ziel: Durch den Einsatz haben sich für Landwirte, insbesondere in Entwicklungsländern, Ertrags-, Einkommens- und Gesundheitsvorteile oder Arbeitserleichterungen sowie geringere Umweltbelastungen ergeben. Laut EU-Verordnung müssen alle Lebensmittel, die für den direkten menschlichen Verzehr auf den Markt gebracht werden, deutlich gekennzeichnet werden, wenn sie gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) enthalten. Dies ist bei indirektem Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel wie durch die Fütterung von Tieren jedenfalls nicht der Fall. Wenn du in deiner pflanzlichen Ernährung auf Nummer sicher gehen möchtest, achte auf ein Bio-Siegel, das dir garantiert, dass das Lebensmittel keine GVOs enthält.

Fazit:

Mythos oder Fakt: Ist Soja ungesund? Die Antwort: Soja hat einige gesundheitlich vorteilhafte Eigenschaften. Die Hülsenfrucht liefert dir nicht nur viel Eiweiß, sondern auch eine geballte Menge an essentiell wichtigen Nährstoffen. Um ein wenig Abwechslung auf deinen Speiseplan zu bringen, kannst du aber auch andere Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Lupinen, Linsen oder Bohnen in deine Ernährung einbauen. Eine gesunde Ernährung zeichnet sich vor allem durch Vielfalt aus! Gegen moderate Portionen von Tofu, Sojamilch, Tempeh und Veggie-Hack mehrmals täglich spricht aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht erst einmal nichts:

1. Vegan lebende Menschen machen nicht den Regenwald kaputt. Der Großteil der Sojaproduktion wird für den Futtermittelanbau der Massentierhaltung verwendet.

2. Sojaprodukte befördern laut aktueller Studienlage keinen Brustkrebs beim Menschen.

3. Sojaprodukte haben laut aktueller Studienlage keine negativen Auswirkungen auf den männlichen Testosteronhaushalt des Menschen.

4. Sojaprodukte können wie viele andere pflanzliche und tierische Lebensmittel auch genmanipuliert sein. Bio-Siegel garantieren dir den Verzicht auf gentechnisch veränderte Organismen.

 

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Quellen:

¹ WWF Deutschland. DER SOJABOOM – Auswirkungen und Lösungswege (2014), übersetzte Zusammenfassung aus dem WWF Bericht „The Growth of Soy – Impacts and Solutions“. S 1-14.

² Wu A.H., Yu M.C., Tseng C.-C., Pike M.C. Epidemiology of soy exposures and breast cancer risk. British Journal of Cancer (2008). Vol. 98: 9-14.

³ Messina M., Messina V. The Role of Soy in Vegetarian Diets. Nutrients (2010). Vol. 2: 855-888.